Zuhause sterben
Zu diesem Thema hört und liest man zur Zeit viel, und viele Politiker haben sich die so genannte spezielle ambulante Palliativmedizin (SAPV) auf die Fahne geschrieben.
Obwohl seit mehr als 18 Monaten für jeden Bürger diese Leistung gesetzlich verankert ist, ist in Sachen SAPV nur wenig passiert. Die Vertreter von Kostenträgern (Krankenkassen) beteuern ihre Bemühungen und weisen darauf hin, dass bereits einige Musterverträge entwickelt wurden. Doch dabei ist es bislang geblieben, denn spezielle ambulante palliativmedizinische Leistungen werden (trotz großer Bemühungen des Palliativnetzes östliches Holstein e. V. (PÖH)) von den Kostenträgern bisher nicht erstattet…
Der Verein zur Förderung der Palliativmedizin Eutin e. V. (www.Palliativverein.de) macht sich seit Jahren zur Aufgabe, die Überleitung von stationärer zur ambulant geführten Behandlung zu fördern.
Dank der großzügigen Spenden an den Verein zur Förderung der Palliativmedizin ist es möglich, ein derzeit laufendes Pilotprojekt für die SAPV finanziell zu unterstützen, das in enger Zusammenarbeit mit dem Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin initiiert wurde. Seit 1.10.2008 wird ein durchgehender Bereitschaftsdienst von Palliative-Care-Schwestern und Ärzten mit der Zusatzbezeichnung “Palliativmedizin” vorgehalten.
Damit kam in Schleswig-Holstein das erste Palliative-Care-Team (PCT-Team) aus den Startlöchern und wurde aktiv, obwohl die Finanzierung noch nicht geregelt ist.
Die Resonanz ist noch weit höher als erwartet und wöchentlich kommen zwei bis drei neue Anmeldungen von Palliativpatienten hinzu, zu einem sehr großen Anteil aus dem ambulanten Bereich, wodurch eine stationäre Aufnahme oft vermieden werden kann. Dass diese spezielle Leistung in Eutin und Umgebung erbracht werden kann, ist nur durch die Spenden an den Verein zur Förderung der Palliativmedizin möglich geworden.
Der Vorstand des Vereins (Erste Vorsitzende Dr. Susanne Naß) bedankt sich bei allen Spendern, die mit ihren Zuwendungen dafür gesorgt haben, die Pilotphase anlaufen zu lassen. Damit konnte die Funktionsfähigkeit des Palliative-Care-Teams von fachlicher und organisatorischer Seite belegt werden.
Nunmehr steht zu hoffen, dass rechtzeitig Verträge mit den Kostenträgern zu Stande kommen, noch ehe sich die vom Verein bereit gestellten Mittel erschöpfen, die bis zum 31. März 2009 terminiert sind.
Mit der Umsetzung der speziellen ambulanten Palliativversorgung würde endlich realisiert, worauf jeder Bürger schon seit fast zwei Jahren einen Rechtsanspruch hat.